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Neue Medien, der Strukturwandel in der Printszene und immer leistungsfähigere Maschinen begrenzen das Marktvolumen
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Betriebsergebnis vor Sondereffekten positiv

Bericht über das Geschäftsjahr 2013 der Koenig & Bauer AG

--- Vorsteuerergebnis durch Sondereffekte mit 138,1 Mio. € negativ --- Positiver Cashflow und weiterhin hohe Nettoliquidität --- 25,3 % Eigenkapitalquote trotz hoher Sonderaufwendungen --- Geschäftsjahr 2014 im Zeichen der Restrukturierung --- Fokus auf Wachstumsmärkte Digitaldruck und Verpackung

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) hat am 21. März 2014 seinen Konzernbericht für das Geschäftsjahr 2013 vorgelegt. Durch die verhaltene Nachfrage im Geschäft mit Offset- und Wertpapierdruckanlagen liegen Umsatz und Auftragseingang für 2013 unter den durch die Fachmesse drupa geprägten Vorjahreswerten. Die positiven Ergebniszahlen im operativen Geschäft werden durch einmalige Wertanpassungen und hohe Rückstellungen für Sonderaufwendungen belastet, die durch das im Dezember 2013 Fit(at)All-Programm zur Neuausrichtung der KBA-Gruppe entstanden sind.

Der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann unterstreicht im Aktionärsbrief, dass „KBA die finanziellen Auswirkungen dieses Projekts zwar auch in 2014 noch spüren wird. Für 2015 erwarten wir jedoch eine signifikante Trendwende in den Ergebniszahlen und spätestens 2016 soll KBA wieder nachhaltig profitabel wirtschaften."

Traditionelles Kerngeschäft ist rückläufig

Die konjunkturellen Folgen der Staatsschuldenkrise in Teilen Europas, das geringere Wirtschaftswachstum in den BRIC-Staaten, negative Währungseffekte in aufstrebenden Märkten, die veränderte Mediennutzung und die in den Industrieländern anhaltende Konsolidierung der Druckbranche ließen nach VDMA-Angaben in 2013 die Bestellungen und den Umsatz mit in Deutschland produzierten Druckereimaschinen bis zu 10 % sinken. Diese Entwicklung spürte auch KBA als weltweit zweitgrößter Druckmaschinenbauer.  

Mit 1.012,2 Mio. € lag der Auftragseingang im Konzern um 9,3 % unter dem Vorjahr. Beim Konzernumsatz wurde mit 1.099,7 (2012: 1.293,9) Mio. € ein Rückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Während der Segmentumsatz bei Bogenoffsetmaschinen um 11,1 % auf 571,9 Mio. € schrumpfte, gingen die Erlöse im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen um 18,9 % auf 527,8 Mio. € zurück. Dabei machte sich die in den letzten Jahren stark verminderte Nachfrage im traditionellen Kerngeschäft mit Rotationsanlagen für den Zeitungs- und Akzidenzdruck negativ bemerkbar. Das in den Vorjahren überdurchschnittliche Geschäftsvolumen im Spezialmarkt Banknotendruck näherte sich dem Normalniveau. Bei den Neubestellungen verzeichnete der Bogenbereich gegenüber 2012 einen Rückgang um 8,9 % auf 608,0 Mio. €. Im Segment Rollen- und Sondermaschinen lag der Auftragseingang mit 404,2 Mio. € um 9,9 % unter dem vorangegangenen Jahr. Der Auftragsbestand zum Geschäftsjahresende erreichte 560,5 Mio. € (2012: 648,0 Mio. €).   

Positives operatives Ergebnis von Sondereinflüssen überlagert

Trotz des um fast 200 Mio. € niedrigeren Konzernumsatzes und damit verbundener geringerer Deckungsbeiträge erzielte KBA vor Sondereinflüssen ein positives Betriebsergebnis von 24,5 Mio. € (2012: 40,8 Mio. €). Dabei wurden die Einsparungen bei den Personalkosten durch Ergänzungstarifverträge an den beiden Hauptstandorten Würzburg und Radebeul durch die geringeren Ergebnisbeiträge aus dem Sondermaschinengeschäft und durch die Unterauslastung der Rollenstandorte überlagert.   

Durch Rückstellungen für Kapazitäts- und Strukturanpassungen im Rahmen des Fit(at)All-Programms und bilanzielle Wertanpassungen beim Anlagevermögen fielen im Berichtsjahr erhebliche Sonderaufwendungen in Höhe von 155,2 Mio. € an. Nach Sondereinflüssen ergibt sich damit ein negatives Betriebsergebnis von –130,7 Mio. €. Nach dem Vorsteuergewinn von 3,7 Mio. € im Vorjahr wird für 2013 ein negatives Konzernergebnis vor Steuern (EBT) von –138,1 Mio. € ausgewiesen. Dies entspricht einem anteiligen Ergebnis je Aktie von –9,31 €. Entsprechend weist Bolza-Schünemann im Aktionärsbrief darauf hin, dass „wir vor dem Hintergrund der Sonderbelastungen durch unser Fit(at)All-Programm zu meinem Bedauern für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende ausschütten können.“   

Einmaleffekte belasten Segmentergebnisse

Die Einmaleffekte, die zu etwa zwei Dritteln liquiditätswirksam sein werden, belasteten die Ergebnisse beider Geschäftsbereiche. Im Bogensegment wird ein Betriebsergebnis nach Sondereinflüssen von –77,6 Mio. € (2012: –38,6 Mio. €) ausgewiesen. Ohne die Sondereinflüsse konnte der operative Verlust aus dem Bogengeschäft trotz des geringeren Umsatzes von –11,5 Mio. € auf –8,4 Mio. € reduziert werden. Bei den Rollen- und Sondermaschinen führten die Sondereffekte nach einem Gewinn von 52,3 Mio. € in 2012 zu einem Betriebsverlust von –53,1 Mio. €. Ohne Sondereffekte wäre das Betriebsergebnis mit +32,9 Mio. € positiv ausgefallen.

Positiver Cashflow finanziert Investitionen und Akquisitionen

Der mit 34,1 Mio. € deutlich positive operative Cashflow wird bei KBA einmal mehr durch hohe Kundenanzahlungen geprägt. Diese lagen zum 31.12. 2013 bei 175,0 Mio. € und unterstützten die Finanzierung der Investitionen, die Akquisitionen und die Rückführung der Bankverbindlichkeiten um über 10 Mio. €. Der freie Cashflow lag bei 3,2 Mio. €. Zum Jahresende 2013 standen dem Druckmaschinenbauer 185,4 Mio. € an liquiden Mitteln zur Verfügung. Nach Abzug der auf 21,5 Mio. € reduzierten Bankschulden verfügte KBA über eine Nettofinanzposition von +163,9 Mio. €. Von den vereinbarten Kreditlinien wurden lediglich die Avallinien für Anzahlungsgarantien genutzt. Der durch die hohen Sonderaufwendungen entstandene Jahresfehlbetrag reduzierte die Eigenkapitalquote von 38,3 % in 2012 auf 25,3 % im Berichtsjahr. Damit ist KBA im Vergleich zu anderen Maschinenbauern aber weiterhin sehr solide finanziert. Das für seine Innovationskraft bekannte Unternehmen hat in 2013 5,8 % des Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgegeben.

China bleibt größter Einzelmarkt

Gegenüber dem Vorjahr stieg der Inlandsumsatz um 44,9 Mio. € auf 197,0 Mio. €. Entsprechend reduzierte sich die Exportquote auf 82,1 % (Vorjahr: 88,2 %). An das europäische Ausland wurden wegen der schwachen Konjunktur in bedeutenden Abnehmerländern nur 30,1 % des Konzernumsatzes ausgeliefert. Der Anteil Nordamerikas stieg gegenüber 2012 von 10,4 % auf 12,8 %. Die Wachstumsregion Asien/Pazifik trug mit 27,4 % zum Konzernumsatz bei. Dabei blieb China der größte Einzelmarkt für KBA. Der im Vorjahr durch einige Großprojekte bei Sondermaschinen mit 23,1 % überdurchschnittlich hohe Umsatzanteil der Schwellenmärkte Lateinamerika und Afrika bewegte sich mit 11,8 % wieder auf Normalniveau.

Weniger Personal im Kerngeschäft

Ende 2013 beschäftigte die KBA-Gruppe 6.409 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne die in 2013 erstmals konsolidierten neuen Tochtergesellschaften KBA-Kammann GmbH und Flexotecnica S.p.A. und ohne Auszubildende, Praktikanten, befristete Arbeitsverhältnisse und Beschäftigte in Altersteilzeit betrug die Mitarbeiterzahl im Konzern 5.347; das sind 75 weniger als im Vorjahr. Im Zuge der Neuausrichtung wird die Mitarbeiterzahl nochmals um deutlich über 1.000 sinken. Mit einer überdurchschnittlichen Ausbildungsquote von 7,2 % übernimmt KBA dennoch weiterhin Verantwortung für die junge Generation.

2014 im Zeichen der Neuausrichtung

Im Ausblick auf 2014 verweist KBA auf die positiven Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft und den Maschinenbau. Dennoch erwartet der Vorstand in den klassischen Marktsegmenten Bogen- und Rollenoffsetmaschinen aufgrund des anhaltenden Strukturwandels und der Konzentrationstendenzen in der Druckbranche in 2014 und darüber hinaus kein nachhaltiges Wachstum des kleiner gewordenen Marktvolumens.

Wachstumsperspektiven sieht das Management dagegen in anderen Bereichen des breiten KBA-Produktportfolios, insbesondere beim weiter ausbaufähigen Digitaldruck, im industriellen Kennzeichnungsdruck und im verfahrens- und anwendungstechnisch sehr vielfältigen Verpackungsdruck. Dort ist die KBA-Gruppe in einigen wesentlichen Haupt- und Nischenmärkten bereits gut aufgestellt und im Kartonagen-, Blech- und Glas-Direktdruck am Markt führend. In der zweiten Jahreshälfte 2013 wurden mit der deutschen KBA-Kammann GmbH und der italienischen Flexotecnica S.p.A. – letztere hat Drucksysteme für flexible Verpackungen – zwei Gesellschaften übernommen, die bisher von KBA noch nicht bearbeitete Marktsegmente bedienen.

Neben der Integration der neuen Tochtergesellschaften wird das laufende Geschäftsjahr bei der KBA-Gruppe im Zeichen der Umsetzung des umfangreichen Maßnahmenpakets zur Neuausrichtung stehen. Dabei erwartet der Vorstand durch anstehende Verlagerungen von Fertigungseinrichtungen, Kapazitätsanpassungen, Schulungs- und andere Maßnahmen in 2014 weitere Aufwendungen.

Für 2014 strebt das Management einen Konzernumsatz von 1,0 bis 1,1 Mrd. € und ein positives operatives Betriebsergebnis vor Sondereffekten an. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) nach Sondereinflüssen wird in 2014 voraussichtlich noch einmal negativ sein, da die ergebnissteigernden Maßnahmen aus Fit(at)All im laufenden Jahr noch nicht voll wirken. Der Vorstand wird in den Quartalsberichten und bei anderen Gelegenheiten über die Fortschritte bei der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms und die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung berichten.

 

 

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