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KBA-Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann
KBA-Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann

Hauptversammlung der Koenig & Bauer AG

Erfolgreiche drupa belebt Geschäft im zweiten Halbjahr

 --- Zahlreiche Bogenmaschinen-Verkäufe auf der Leitmesse --- Digital- und Verpackungsdruckmaschinen kommen gut an --- Auftragsbestand Ende Mai über Vorjahr --- Ertragsverbesserung gegenüber 2011 erwartet --- Vorstand bestätigt Umsatz- und Ergebnisprognose für 2012

Bei der 87. ordentlichen Hauptversammlung des weltweit zweitgrößten Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer AG (KBA) im Vogel Convention Center in Würzburg konnte der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann den zahlreich anwesenden Aktionären von einem erfolgreichen Verlauf der Mitte Mai zu Ende gegangenen Branchen-Leitmesse drupa berichten. Die in Düsseldorf unterschriebenen Aufträge summierten sich auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, wovon der seriennahe Bogenoffsetbereich besonders profitierte. Das Nachmessegeschäft entwickelt sich ebenfalls erfreulich.

Obwohl der positive drupa-Effekt die Auftrags- und Umsatzstatistik erst in den kommenden Monaten deutlicher beleben wird, legte das Bogensegment nach vorläufigen Zahlen bis Ende Mai mit einem Auftragseingang von knapp 300 Mio. € gegenüber 2011 um 12 % zu. Dagegen erreichte der Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen bei den Bestellungen mit ca. 190 Mio. € nicht den durch Großaufträge geprägten sehr hohen Vorjahreswert von über 335 Mio. €.

Entsprechend war der Auftragseingang im Konzern in den ersten fünf Monaten 2012 mit gut 486 Mio. € niedriger als in 2011, aber höher als der bis Ende Mai erzielte Konzernumsatz von ca. 458 Mio. €. Dieser stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 8 %. Der Auftragsbestand zum 31. Mai war mit über 854 Mio. € um gut 236 Mio. € höher als vor zwölf Monaten, was zur geplanten Umsatzsteigerung in der zweiten Jahreshälfte beitragen wird.

Ohne Auszubildende bereits unter 6.000 Mitarbeiter

Beim Halbjahresergebnis vor Steuern erwartet Bolza-Schünemann ebenfalls eine Verbesserung gegenüber 2011, wollte aber vor dem am 14. August erscheinenden Quartalsbericht noch keine konkreten Zahlen nennen. Trotz der gestiegenen weltwirtschaftlichen Risiken strebt das Management für das Geschäftsjahr 2012 weiter ein Umsatzwachstum auf über 1,2 Mrd. € und eine Steigerung des Konzernergebnisses vor Steuern gegenüber 2011 (3,3 Mio. €) an.

Die Ertragsprognose basiert auf der erwarteten guten Auslastung im zweiten Halbjahr und positiven Ertragseffekten aus laufenden Programmen zur Kostensenkung. Mit 6.256 Beschäftigten waren in der KBA-Gruppe Ende Mai 121 Mitarbeiter weniger tätig als vor einem Jahr. Ohne die 328 Auszubildenden liegt die Konzernbelegschaft schon heute unter 6.000 und wird durch bereits beschlossene Maßnahmen wie z. B. Altersteilzeitregelungen in den nächsten Jahren noch um einige Hundert Mitarbeiter zurückgehen.

KBA will Print-Zukunft aktiv mit gestalten

In seiner Rede ging der Vorstandsvorsitzende ausführlich auf die Veränderungen in der Medienwelt, den technischen Fortschritt und den Strukturwandel in der Druckbranche ein. Der KBA-Chef sieht auf dem sich rasant wandelnden Markt gute Chancen, die bereits heute gute Position der Koenig & Bauer-Gruppe mit ihrem breiten und innovativen Produkt- und Dienstleistungsportfolio weiter zu stärken. Claus Bolza-Schünemann: „Im Bogenoffset wollen wir den Abstand zur Nummer 1 verringern, im Akzidenz-Rollenoffset den Aufstieg zur Nummer 2 erreichen. Als Marktführer im Zeitungsdruck passen wir gerade ertragsorientiert unser Produktprogramm an ein kleineres Marktvolumen an. Bei Sondermaschinen steht die Erweiterung der Produktpalette auf der Agenda. Und darüber hinaus arbeiten wir intensiv am Ausbau unserer Service-Aktivitäten für Druckereien."

KBA setzt auf profitable Nischen und neue Märkte

Auch dank der schon vor der Finanzkrise in den letzten elf Jahren realisierten Unternehmenszukäufe in profitablen Nischenmärkten rund um den Druck sei KBA besser durch die Krise gekommen als andere. Zur mittelfristigen Realisierung von Wachstumspotenzialen sollen zukunftsträchtige Geschäftsfelder und Märkte erschlossen werden. Ein wichtiger Schritt dazu ist der Einstieg in den High-Volume-Digitaldruck mit der im Würzburger Stammwerk gebauten Inkjet-Anlage KBA RotaJET 76, die auf der drupa 2012 eine sehr erfolgreiche Premiere hatte und zunächst industriell arbeitende Druckereien in den Marktsegmenten Bücher, Broschüren, Akzidenzen, Mailings und Zeitschriften ansprechen soll. Das schon sehr erfolgreiche Engagement im Verpackungsdruck soll mit der neuen Offsetrolle Varius 80 von KBA-MePrint für flexible Verpackungen weiter ausgebaut werden. Die Tochtergesellschaft KBA-Metronic wird ihr Lösungsangebot für Verpackungsstraßen von der Kennzeichnung bis zum Markenschutz erweitern. Aufgrund der enorm gewachsenen Bedeutung Chinas strebt KBA noch in diesem Jahr eine signifikante Beteiligung an einem chinesischen Hersteller an, um vor Ort einfachere Bogenoffsetmaschinen für diesen Zukunftsmarkt zu produzieren.

 
Verwaltung hält Verzicht auf Dividende für 2011 für sinnvoll

In seinem Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr zeigte sich der KBA-Vorstandsvorsitzende bei einem Umsatz von knapp unter 1,2 Mrd. € mit dem mageren Konzerngewinn von 0,4 Mio. € nicht zufrieden. Gleichwohl habe KBA trotz Branchenkrise und hoher Restrukturierungsaufwendungen als einziger der großen Druckmaschinenhersteller im dritten Jahr hintereinander vor Steuern schwarze Zahlen geschrieben.

Seit dem Gang an die Börse vor 27 Jahren hat KBA mit ganz wenigen Ausnahmen fast immer eine Dividende an die Anteilseigner aus dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft Koenig & Bauer AG gezahlt. Im vergangenen Jahr ist man erstmals davon abgewichen und hat trotz der unbefriedigenden Ergebnislage auf AG-Ebene eine Dividende von 30 Cent je Stückaktie aufgrund des positiven Konzernergebnisses ausgeschüttet, das am Ende für die Unternehmensgruppe entscheidend ist. In logischer Fortsetzung dieser Dividendenpolitik haben Vorstand und Aufsichtsrat der diesjährigen Hauptversammlung vorgeschlagen, angesichts des unbefriedigenden Konzernergebnisses auf eine Dividendenausschüttung für 2011 zu verzichten, obwohl die Muttergesellschaft Koenig & Bauer AG aufgrund ungewöhnlich hoher Beteiligungserträge in 2011 einen Bilanzgewinn von 11,3 Mio. € ausweisen konnte.

Dieser Dividendenvorschlag hat zu einigen Gegenanträgen aus Investorenkreisen und zu einer intensiven Diskussion in der Hauptversammlung geführt.

Claus Bolza-Schünemann warb engagiert für die Zustimmung der versammelten Aktionäre zum Gewinnverwendungsvorschlag der Verwaltung: „Das Konzernergebnis ist für die nachhaltige Zukunftssicherung und Handlungsfähigkeit der Gesellschaft entscheidend. Eine Ausschüttung der in einigen Gegenanträgen geforderten Höhe würde der Koenig & Bauer AG Kapital entziehen, das im Berichtsjahr aus dem konsolidierten Ergebnis nicht gebildet werden konnte und dann für anstehende Aufgaben zur Wiederherstellung der Ertragskraft, für den Aufbau neuer Geschäftsfelder wie den Digitaldruck und für die Wahrnehmung weiterer strategischer Optionen fehlen würde."

© KBA-MÖDLING GmbH - Ein Unternehmen der Koenig & Bauer AG.
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