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Deutliche Nachfrageimpulse werden von der am 14. Mai in Beijing beginnenden weltweit zweitgrößten Fachmesse China Print erwartet
Deutliche Nachfrageimpulse werden von der am 14. Mai in Beijing beginnenden weltweit zweitgrößten Fachmesse China Print erwartet

Quartalsbericht der Koenig & Bauer AG (KBA)

Ergebnis noch durch Umsatzrückstand belastet

--- Branchentypisches umsatzschwaches Auftaktquartal --- Verzögerungen im Projektgeschäft --- Auftragseingang marktbedingt 15,5% unter Vorjahr --- Weiter hoher Auftragsbestand von 657 Mio. € --- Negatives Quartalsergebnis innerhalb der Planungsparameter

--- Turn-Around-Programme zeigen erste Wirkungen --- Weiterhin starkes Finanzprofil mit hoher Liquidität --- Vorstand bleibt bei Umsatz- und Ergebnisprognose für 2013 --- Wachstumsmärkte Verpackung und Digitaldruck im Fokus

Angesichts der konjunkturellen Unsicherheit setzte sich im ersten Quartal 2013 auch bei Druckmaschineninvestitionen die globale Zurückhaltung der letzten Monate des Vorjahres fort. Die Koenig & Bauer AG (KBA) meldet auf Konzernebene gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2012: 236,6 Mio. €) einen Rückgang der Neubestellungen um 15,5 % auf 200,0 Mio. €. Der Konzernumsatz blieb durch kundenseitige Lieferverschiebungen und die Ballung von Auslieferungen im zweiten Halbjahr mit 190,7 Mio. € ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 263,5 Mio. €. Mit 657,3 Mio. € lag der Auftragsbestand Ende März 2013 leicht über dem zu Jahresbeginn, aber 17,7 % unter dem Vorjahr (798,8 Mio. €).

Ergebnisverbesserung im Bogengeschäft

Der Auftragseingang bei Bogenoffsetmaschinen erreichte mit 132,8 Mio. € nicht den durch eine erfolgreiche Kundenveranstaltung vor der drupa-Messe begünstigten Vorjahreswert von 152,9 Mio. €. Die Bestellungen waren um 13,1 % niedriger. Bei einem in etwa auf Vorjahresniveau (100,9 Mio. €) liegenden Bogenumsatz von 98,2 Mio. € wuchs das Auftragspolster bis Ende März um 3,4 % auf 207,8 Mio. €. Der Umsatzrückstand führte zu einem negativen Segmentergebnis von –5,9 Mio. €. Dieses hat sich allerdings – wie auch die Bruttomarge – durch Kostenentlastungen und Effizienzsteigerungen gegenüber 2012 (–13,3 Mio. €) deutlich verbessert.

Volatile Nachfrage bei Rollen- und Sondermaschinen

Im Geschäftsbereich Rollen- und Sondermaschinen beliefen sich die Neuaufträge im Auftaktquartal auf 67,2 Mio. € (2012: 83,7 Mio. €), da eingeplante Bestellungen kundenseitig verschoben wurden. Durch die im Projektgeschäft übliche Zyklik erreichte der Umsatz mit 92,5 Mio. € nur knapp 60 % des Vorjahresvolumens von 162,6 Mio. €. Ende März standen in diesem vom Anlagenbau geprägten Bereich Aufträge mit einem Volumen von 449,5 Mio. € in den Büchern.

Negatives Quartalsergebnis durch fehlende Deckungsbeiträge

Der nach drei Monaten noch vorhandene Umsatzrückstand wirkte sich zwangsläufig auf die erzielten Deckungsbeiträge und das Quartalsergebnis aus. Zudem schlug die Lieferstruktur mit deutlich weniger Sondermaschinen im Berichtszeitraum auf das Betriebsergebnis durch, das mit –16,9 Mio. € negativ war. Unter Einbeziehung des mit –1,9 Mio. € leicht negativen Finanzsaldos ergibt sich ein Quartalsergebnis vor Steuern (EBT) von –18,8 Mio. € gegenüber –0,4 Mio. € in 2012. Das Periodenergebnis wird zum 31. März mit –18,5 Mio. € (2012: –1,3 Mio. €) ausgewiesen. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von –1,12 € (2012: –0,08 €).

Exportquote sinkt vorübergehend auf 71,2 %

Der Umsatz in Deutschland hat sich im ersten Quartal 2013 durch deutlich gestiegene Auslieferungen bei Rollen- und Bogenmaschinen fast verdoppelt. Entsprechend erreichte die Exportquote mit 71,2 % (Vorjahr: 89,2 %) einen für KBA niedrigen Wert, der sich im weiteren Jahresverlauf wieder Richtung 80 % normalisieren wird. Ins europäische Ausland gingen 29,8 % der Lieferungen. Wegen der Konjunkturschwäche in bedeutenden Märkten lagen diese weit unter dem langjährigen Mittel. Die Wachstumsregion Asien/Pazifik mit dem Hauptmarkt China trug mit 23,2 % zum Konzernumsatz bei, der Anteil Nordamerikas erhöhte sich von 8,2 % auf 10,9 %. Auf Mittel-, Südamerika und Afrika entfielen 7,3 % des Umsatzes.

Hohe Liquidität und gute Eigenkapitalausstattung

Trotz gestiegener Vorräte für anstehende Auslieferungen hat sich der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit gegenüber 2012 (–23,1 Mio. €) durch höhere Kundenanzahlungen und niedrigere Forderungen auf –11,4 Mio. € verbessert. Nach Abzug der Auszahlungen für Investitionen übertraf der freie Cashflow mit –14,8 Mio. € deutlich den Wert der Vorjahresperiode (–30,0 Mio. €). Neben ausreichenden Kreditlinien standen zum 31. März liquide Mittel von 189,0 Mio. € zur Verfügung (Ende 2012: 206,3 Mio. €). Nach Abzug der Bankschulden von 29,2 Mio. € errechnet sich eine beachtliche Nettoliquidität von 159,8 Mio. €. Die Eigenkapitalquote liegt bei guten 35,8 %.

Zahl der festen Mitarbeiter bereits unter 6.000

Ende März beschäftigte die KBA-Gruppe inklusive der 340 Auszubildenden und Praktikanten weltweit 6.187 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies waren 107 weniger als vor einem Jahr. Durch bereits vereinbarte Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen wird der Personalstand in naher Zukunft im Konzern weiter sinken.

Vorstand hält Jahresziele für erreichbar

Trotz des deutlichen Rückstands bei den Auftrags-, Umsatz- und Ergebniszahlen und der gesamtwirtschaftlichen Risiken hält der Vorstand seine Ziele für das Geschäftsjahr 2013 weiterhin für erreichbar. Diese beinhalten einen ähnlichen Umsatz wie im Vorjahr (1.294 Mio. €) und eine moderate Verbesserung des Vorsteuerergebnisses. Bei seiner Prognose stützt sich das Management auf die für die nächsten Monate terminierten Lieferungen und auf die erwarteten positiven Nachfrageimpulse für das Bogengeschäft durch die weltweit zweitgrößte Fachmesse China Print in Peking im Mai dieses Jahres. Auch bei Rollen- und Sondermaschinen wird im zweiten und dritten Quartal mit positiven Abschlüssen gerechnet. So gab es im April bereits einige Aufträge für Zeitungsrotationsanlagen. Finanzvorstand Dr. Axel Kaufmann: „Ertragsseitig soll das bis Ende 2014 weiter laufende Turn-Around-Programm im Geschäft mit Bogen- und Rollenoffsetmaschinen spürbare Verbesserungen bringen. Neben der noch nicht abgeschlossenen Neudimensionierung der Produktionskapazitäten und den seit Jahresbeginn geltenden Ergänzungstarifverträgen mit flexibleren Arbeitszeiten zählen dazu Kostensenkungsinitiativen im Konzerneinkauf und in zentralen Verwaltungsbereichen.“

Mittelfristig sieht Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann für KBA interessante Potenziale im Digitaldruck und bei flexiblen Verpackungen: „Mit der zur Marktreife gebrachten Inkjet-Rotation KBA RotaJET 76 und der Erweiterung unseres Angebots für die Verpackungsproduktion durch eigene Produkte sowie die geplante Übernahme des italienischen Herstellers Flexotecnica wollen wir den kleiner gewordenen Markt für klassische Bogen- und Rollenoffsetanlagen durch wachsende Druckmärkte ergänzen. Diese Strategie erfordert allerdings Zeit und Investitionen, die KBA aber dank solider Finanzen aus eigener Kraft stemmen kann. Im Geschäftsjahr 2013 erwarten wir von den neuen Marktsegmenten noch einen überschaubaren Beitrag zum Konzernumsatz und zum Ergebnis. Dies wird sich aber mittelfristig ändern.“

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